Die aktuelle Print- und Online-Ausgabe | 192./193. Folge | Mai 2017:

Geld, Zins und Reformation | Wirtschaftsethik | Negativzinsen | Grundsteuerreform | Bodenfrage in Lateinamerika | Ökologisches Grundeinkommen

Dieter Fauth: Martin Luthers Zinskritik als Chance und Belastung für heutige Geldreformbestrebungen
Hans Günter Wagner: Zwischen Vernunft und Emotion - Wirtschaftsethische Paradigmen (I)
Beate Bockting: Negativzinsen - Erkenntnisstand bei einer Konferenz der Brookings-Denkfabrik
Ulrich Kriese: Grundsteuerreform - Die Politik in der Sackgasse?
Christiane Schwarz: Die Landfrage - Kernpunkt des Konflikts in Kolumbien  
Hans-Jürgen Burchardt: Agrargenossenschaften in Kuba - Mit angezogener Handbremse in die Zukunft
Dirk Löhr: „Tinbergen reloaded“: Mehrfache Dividende oder mehrfache Neutralität?
Ulrich Schachtschneider: Ökologisches Grundeinkommen - Freiheitliche Umwelt- und Sozialpolitik

REZENSIONEN   
Kenneth S. Rogoff: Der Fluch des Geldes - Warum unser Bargeld verschwinden wird. München 2016. (Beate Bockting)
Sven Giegold & Udo Philipp & Gerhard Schick: Finanzwende - Den nächsten Crash verhindern. Berlin 2016. (Alwine Schreiber-Martens)
Christoph Körner: Christliche Sozialökonomie - Auf dem Weg zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung  (Band 2 von Dieter Fauth Hrsg.: Religionen in sozialökonomischer Sicht). Zell a. Main 2017. (Christof karner)
Ulrich Bubenheimer & Dieter Fauth (Hrsg.): Religiöser Pluralismus und Deutungsmacht in der Reformationszeit. Neu-Isenburg 2017. (Dieter Fauth)
Stefan Mekiffer: Warum eigentlich genug Geld für alle da ist. München 2016. (Thomas Kubo)
Ilka Denk: Verantwortungsbewusste Unternehmensorganisation in Zeiten des globalen Finanzkapitalismus. Marburg 2016. (Edoardo Beretta)
Michael Beleites: Land-Wende - Raus aus der Wettbewerbsfalle! Marburg 2016. (Helmut Woll)
Hans Joachim Schellnhuber: Selbstverbrennung - Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff. München 2015. (Christoph Körner)

Die Zeitschrift für Sozialökonomie ...

... wurde 1964 von einem Kreis von Kritikern der neoklassischen Standardökonomie gegründet, die frühzeitig erkannten, dass das westdeutsche ‚Wirtschaftswunder’ nicht von Dauer sein würde. Im Gegensatz zum neoklassischen Axiom, wonach das Geld neutral sei, sahen sie gerade in der Nicht-Neutralität des Geldes die wesentliche Ursache für die ungerechte Verteilung der Einkommen und Vermögen sowie für die Vermachtung und Krisenanfälligkeit kapitalistischer Marktwirtschaften.
   Statt die Funktionsmängel des Geldes im Sinne eines keynesianischen deficit spending kompensieren zu wollen oder sie nach Art der monetaristischen Geldmengensteuerung weiterhin zu ignorieren, hat es sich die Zeitschrift für Sozialökonomie seitdem zur Aufgabe gemacht, den alternativökonomischen Gedanken einer Neutralisierung des Geldes wissenschaftlich zu begründen und damit zur Entwicklung von Grundlagen einer nicht nur freiheitlichen und effizienten, sondern auch gerechten und friedlichen Wirtschaft beizutragen. Zu diesen Grundlagen gehört auch die Überzeugung, dass der Boden und die übrigen natürlichen Ressourcen Gemeinschaftsgüter der Menschheit sind und dass bei aller Freiheitlichkeit und Effizienz der Nutzung allen Menschen ein Grundrecht auf eine gleiche Teilhabe an diesen natürlichen Lebensgrundlagen zugestanden werden muss.
   Die Zeitschrift für Sozialökonomie versteht sich als ein offenes Forum für die Suche nach den ordnungspolitischen Grundlagen einer „Marktwirtschaft ohne Kapitalismus“, in der die Konjunktur stabilisiert, Vollbeschäftigung erreicht, arbeitsloses Einkommen durch Überwindung der Kapitalknappheit und damit des Zinses beseitigt und der Wettbewerb von mono- und oligopolistischen Vermachtungen befreit wird. Nach dem Niedergang des kommunistischen Sowjetimperiums und dem vorläufigen Sieg des westlichen Kapitalismus im Wettkampf der Systeme wird es angesichts der unübersehbaren Schattenseiten der ‚neoliberalen’ Epoche einer ungeordneten Privatisierung und der ebenso unübersehbaren ökologischen Grenzen der Wirtschaftsentwicklung immer dringender, Alternativen zum ökonomischen Mainstream zu suchen und hierüber einen Dialog mit anderen wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen KritikerInnen des Mainstreams zu pflegen.

Herausgegeben wird die Zeitschrift für Sozialökonomie von der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung in Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft 1950 e.V.

Redakteur ist Dipl.-Ökonom Werner Onken. Zu den MitarbeiterInnen gehören Ass.jur. Fritz Andres, Dr. Edoard Beretta, Dipl.-Kfm. Thomas Betz, Helmut Creutz, Dr. Max Danzmann, Dr. Dieter Fauth, Prof. Dr. Arno Gahrmann, Prof. Dr. Roland Geitmann (†), Dr. Hugo Godschalk, Dipl.-Vw. Ass.jur. Jörg Gude, Dr. Eva-Maria Hubert, Dr. Christof Karner, Prof. Dr. Margrit Kennedy (†), Dr. Christoph Körner, Prof. Dr. Dirk Löhr, Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen, apl. Prof. Dr. Niko Paech, Prof. Dr. Gerhard Senft, Dipl.-Math. Alwine Schreiber-Martens, Dr. Hans-Günter Wagner, Prof. Dr. Johann Walter, Dipl.-Kfm. und Dipl.-Volksw. Ferdinand Wenzlaff u.a.

Unsere Grundsätze

Gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Erkenntnisgewinn wird bislang noch vielfach durch mächtige Gruppeninteressen und in zunehmendem Maße auch durch rechts- und linksextremistische Ideologien fehlgeleitet. Im Gegensatz dazu haben sich die MitarbeiterInnen der Zeitschrift für Sozialökonomie das Ziel gesetzt, ordnungspolitische Grundlagen für eine sozial- und umweltverträgliche Marktwirtschaft sowie für eine freiheitliche Demokratie zu erarbeiten. Sie bekennt sich zu den Grundsätzen:
-  der Respektierung der gleichen Würde und Rechte aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe und Religion,
-  der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit im Rahmen der Verantwortung eines jeden Menschen für sich und die Allgemeinheit,
-  des Eigentums an selbst erarbeiteten Gütern,
-  einer freien, weder durch Monopole und Machtinteressen noch durch protektionistische Schranken verfälschten Marktwirtschaft,
-  der Achtung vor der natürlichen Mitwelt,
-  der Verständigung zwischen Menschen und Völkern in einer weltoffenen Zivilgesellschaft,
-  des Strebens nach innerem und äußerem Frieden.